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Norwegen steht an der spitze des vom World Economic Forum veröffentlichten Gender Gap Index

Samantha Tonkin, Senior Media Manager,
Tel.: +41 (0)22 869 1212 – samantha.tonkin@weforum.org

• Nordische Länder schließen über 80% der Geschlechterkluft
• Internationale Fortschritte beim Schließen der wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen; keine Fortschritte im Bereich Gesundheitsversorgung
• Finanzkrise verdeutlicht Notwendigkeit der Beseitigung der Geschlechterkluft noch stärker
• Bericht enthält detaillierte Profile von 130 internationalen Volkswirtschaften

Gender Gap Index 2008Genf, Schweiz, Mittwoch, 12. NovemberNorwegen belegt den ersten Platz im Gesamtranking des Global Gender Gap Report 2008, der heute vom Word Economic Forum veröffentlicht wurde. Nach Norwegen stehen drei weitere nordische Länder – Finnland (2), Schweden (3) und Island (4) – ganz oben im Gender Gap Index des Berichts. Länder, die in vergangenen Jahren gut abschnitten, wie Deutschland (11), Großbritannien (13) und Spanien (17), rutschten um einige Plätze ab, konnten sich aber weiterhin unter den Top-20 halten, während sich die Niederlande (9), Lettland (10), Sri Lanka (12) und Frankreich (15) um einige Ränge nach oben schieben konnten.

Die USA (27) verbesserten sich in diesem Jahr und konnten die Kluft im geschätzten Einkommen und in den wahrgenommenen Einkommensunterschieden für ähnliche Arbeit schließen. Die USA konnten auch mit wachsender politischer Teilhabe punkten, die durch die zunehmende Zahl von Frauen in Entscheidungsträgerpositionen getragen wurde. Der Aufstieg der Schweiz (14) beruhte auf einer starken Zunahme der Zahl weiblicher Parlamentsabgeordneter und von Frauen in Positionen auf Ministerebene. Frankreich (15) konnte sich dank verstärkter wirtschaftlicher Partizipation und politischer Teilhabe von Frauen bereits im dritten Jahr in Folge signifikant verbessern. China (57) katapultierte sich dank einer Verringerung der Geschlechterkluft im Bildungsbereich und in der wirtschaftlichen und politischen Teilhabe um 17 Plätze im Vergleich zum Vorjahr nach oben. Brasilien (73) gelang eine Verbesserung in den Bereichen Bildung und Wirtschaft, fiel jedoch in der politischen Teilhabe auf den 110. Platz zurück. In der unteren Hälfte des Rankings verzeichneten Länder wie Tunesien (103), Jordanien (104) und die Vereinigten Arabischen Emirate (105) allgemeine Erfolge, indem sie Alphabetisierungslücken schlossen, und im Fall Jordaniens und der Vereinigten Arabischen Emirate den Prozentsatz der Frauen in politischen Entscheidungsträgerpositionen anhoben. Syrien (107), Äthiopien (122) und Saudi-Arabien (128) fielen nicht nur in der relativen Bewertung weiter zurück, sondern schnitten auch im Vergleich zu ihren eigenen Vorjahrsergebnissen schlechter ab.

Gender Gap Index 2008Die Bewertungen des Global Gender Gap Index sind als Maßstab zu interpretieren, der angibt, inwieweit die Kluft zwischen Männern und Frauen geschlossen wurde. Die drei Länder, die die Spitzenplätze belegen, konnten etwas über 80% der Chancenungleichheiten zwischen den Geschlechtern beseitigen, während dies beim Land mit der schlechtesten Wertung nur zu etwas über 45% der Fall war. Von den 128 Ländern, die 2007 und 2008 erfasst wurden, verzeichneten über zwei Drittel Verbesserungen der allgemeinen Indexbewertung, was darauf schließen lässt, dass die Welt im Allgemeinen Fortschritte in Richtung Gleichberechtigung von Männern und Frauen erzielt hat. Ausgehend von den Durchschnittswerten der Subindices für diese 128 Länder wird deutlich, dass weltweit Fortschritte in den Bereichen geschlechterspezifische Bildungsdiskrepanzen, politische Teilhabe und Teilnahme am Wirtschaftsleben erzielt wurden, während sich die Kluft im Beurteilungskriterium Gesundheit vertiefte.

“Eine bessere Vertretung von Frauen in Führungspositionen in Regierungen und Finanzinstituten ist entscheidend, wenn es um Lösungen für die vorhandenen wirtschaftlichen Probleme geht, aber auch um die Verhinderung solcher Krisen in Zukunft. Das World Economic Forum legt großen Wert darauf, dieser Herausforderung mit einem Multistakeholder-Ansatz in Form unserer globalen und regionalen Gender Parity Groups zu begegnen”, erklärt Klaus Schwab, Gründer und Präsident des World Economic Forum. Ziel dieser Gruppen einflussreicher Führungspersönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft – zu 50% Männer und zu 50% Frauen – ist es, bewährte Praktiken auszutauschen und die effektivsten Strategien für eine optimale Nutzung unserer Talente zu identifizieren.

Der Global Gender Gap Report 2008 basiert auf der 2006 eingeführten Methodik und beinhaltet detaillierte Profile, die Einblick in die wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Aspekte der Geschlechterlücke in jedem Land vermitteln. Der Bericht misst die Geschlechterkluft in den vier kritischen Bereichen der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen:
1) Wirtschaftliche Partizipation und Chancengleichheit – Arbeitseinkommen, Partizipationsniveau und Zugang zu hochqualifizierter Beschäftigung
2) Bildungsniveau – Zugang zu Grundbildung und höherer Ausbildung
3) Politische Teilhabe – Möglichkeit, an Entscheidungsprozessen teilzunehmen 
4) Gesundheit und Lebenserwartung – Geschlechterspezifische Unterschiede in der Lebenserwartung

Der Bericht ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Ricardo Hausmann, Direktor des Centre for International Development an der Harvard-Universität, USA; Laura Tyson, Professor of Business Administration und Economics an der University of California, Berkeley, USA, und Saadia Zahidi, Head of Constituents des World Economic Forum. "Der Index bewertet Länder, wie gut sie ihre jeweiligen Ressourcen und Chancen unter ihrer männlichen und weiblichen Bevölkerung aufteilen, unabhängig vom Gesamtniveau dieser Ressourcen und Lebenschancen. Der Index benachteiligt also nicht jene Länder, die zum Beispiel ein niedriges Gesamtniveau ihres Bildungswesens aufweisen. Vielmehr bekommen diejenigen Länder schlechte Noten, in denen die Bildungsressourcen zwischen Männern und Frauen ungleich verteilt sind", so Hausmann.

Der Global Gender Gap Report liefert auch Hinweise über den Zusammenhang zwischen der Geschlechterkluft und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bestimmter Länder. "Unsere Arbeit zeigt eine starke Korrelation zwischen der Wettbewerbsfähigkeit und dem Geschlechterkluft-Ranking. Diese Beobachtung implementiert zwar keine Kausalität, allerdings wird der mögliche theoretische Zusammenhang zwischen diesen Sachverhalten klar: Länder, die sich die Hälfte ihres Humankapitals nicht effektiv zunutze machen, laufen Gefahr, ihre Wettbewerbsstellung zu beeinträchtigen. Wir hoffen, mit unserer Arbeit die wirtschaftlichen Anreize zu verdeutlichen, die mit der Mobilisierung der weiblichen Potentiale einhergehen – über die Beförderung der Gleichberechtigung als menschliches Grundrecht hinaus", fügt Tyson hinzu.

"Der Bericht zeigt, dass Fortschritt nicht nur möglich ist, sondern sogar innerhalb einer relativ kurzer Zeit bewerkstelligt werden kann: Bei der Berechnung des Index, für die wir möglichst weit zurückreichende historische Daten verwende, stellten wir fest, dass Länder wie Chile, Spanien, die Türkei und Finnland bei der Beseitigung von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in den letzten acht Jahren zwischen 5 und 10 Prozentpunkte gutmachen konnten. Wenn wir diese Prozentsätze auf gesellschaftlicher Ebene interpretieren, erkennen wir, dass Hunderttausende Menschenleben betroffen sind, und wenn wir sie auf der wirtschaftlichen Ebene betrachten, erkennen wir ein enormes Potenzial für die Wettbewerbsfähigkeit", so Zahidi.

Das World Economic Forum nimmt immer mehr Länder in seinen Global Competitiveness Report auf. Der diesjährige Bericht, der 130 Länder erfasst, erhebt Chancendiskrepanzen zwischen Männern und Frauen von über 92% der Weltbevölkerung. Der diesjährige Bericht erfasste erstmals auch Barbados und Brunei Daressalam. Er bewertet alle Mitgliedstaaten und Kandidatenländer der Europäischen Union, 23 Länder in Lateinamerika und der Karibik, 23 Länder südlich der Sahara, über 20 asiatische Länder und 15 Länder im Mittleren Osten und in Nordafrika. Von den 14 Variablen für die Erstellung des Index stammen 13 aus öffentlich zugänglichen und von internationalen Organisationen nach wissenschaftlichen Methoden erhobenen Daten, beispielsweise von der International Labour Organization (ILO), dem United Nations Development Programme (UNDP) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Für Dienstag, den 11. November 2008 um 09.00 - 10.30 ist eine Pre-Launch-Veranstaltung in der New Yorker Börse, New York, USA, geplant. An den Diskussionen werden unter anderem Hausmann, Tyson und Zahidi teilnehmen. Falls Sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen, können Sie sich einschreiben unter: womenleaders@weforum.org


Redaktionelle Anmerkungen (gesperrt bis Mittwoch, 12. November 2008 6:00 MEZ):
• Den vollständigen Bericht (http://www.weforum.org/pdf/gendergap/report2008.pdf) und die einzelnen Länderprofile (http://www.weforum.org/gendergap/countries2008) können kostenlos heruntergeladen werden
• Sie können sich den vollständigen Global Gender Gap Report 2008 Index im Excel oder PDF Format herunterladen: www.weforum.org/pdf/gendergap/rankings2008.xls I www.weforum.org/pdf/gendergap/rankings2008.pdf
• Hochauflösende Fotos der Autoren des Berichts – Ricardo Hausmann, Direktor des Centre for International Development, Harvard-Universität, Laura Tyson, Professor of Business Administration and Economics, University of California, Berkeley, und Saadia Zahidi, Head of Constituents des World Economic Forum – können kostenlos unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.pbase.com/forumweb/gendergap
• Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte womenleaders@weforum.org
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Ernst & Young, Goldman Sachs, Manpower, McKinsey & Company, NYSE Euronext and Renault-Nissan sind Partner des Women Leaders and Gender Parity Programme (http://www.weforum.org/womenleaders) des World Economic Forum.

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Das World Economic Forum ist eine unabhängige internationale Organisation, die sich dem Ziel der Verbesserung des Zustands der Welt widmet, indem sie Führungspersönlichkeiten im Rahmen von Partnerschaften in die Gestaltung globaler, regionaler und industrieller Programme einbindet.

Das World Economic Forum wurde 1971 als Stiftung gegründet und hat seinen Sitz in Genf/Schweiz; es ist unparteiisch, nicht auf Gewinnerzielung gerichtet und nicht an politische, parteiliche oder nationale Interessen gebunden. (www.weforum.org)

 

 

 

 

 
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